Wenn das Zahnfleisch blutet, wird das von den Betroffenen oft nicht ernst genug genommen. Doch Zahnfleischbluten deutet an, dass es um die Gesundheit des Zahnfleischs nicht besonders gut steht. Das Zahnfleisch gehört zum Zahnhalteapparat, auch Parodontium genannt. Ohne fest verankerte Zähne wird das Kauen zu einem schwierigen Akt.

Problematisch ist nämlich, dass wir Menschen mit dem Zahnfleisch auskommen müssen, das wir mitbekommen haben. Es wächst leider nicht nach. Wenn es also beim Zähneputzen immer wieder rötlich eingefärbten Schaum gibt, sollte ein Besuch in unserer Praxis folgen. Möglicherweise liegen eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine entzündliche Entwicklung im Zahnhalteapparat vor. Letztere wird Parodontitis genannt. Der volkstümliche Begriff „Parodontose“ ist eigentlich nicht korrekt.

Beim Blick in den Spiegel erkennen die Parodontitis-Betroffenen eine Schwellung. Sie sehen eine dunkle Verfärbung am Zahnfleisch. Sie verspüren Schmerzen, wenn sie diese Stelle massieren. Es braucht dann nicht mehr viel, um das Zahnfleisch an dieser Stelle zum Bluten zu bringen. In der Folge entstehen oftmals sogenannte Zahnfleischtaschen. In diesen sammeln sich Bakterien. Wenn sich daraus eine Parodontose-Vorstufe entwickelt, kommt es zu empfindlichen Zahnhälsen. Über die Jahre lockern sich Zähne zunehmend. Sie fallen schließlich aus.

Was tun bei blutendem Zahnfleisch?

Wenn das Zahnfleisch häufiger blutet, muss zunächst nach der Ursache dafür gesucht werden. Bei mehrfachem Vorkommen von kleinen Blutungen ist es unwahrscheinlich, dass es nur an einer zu harten Zahnbürste, einem falschem Umgang mit Zahnseide oder zu festem Putzen liegt. Wechseln Sie probehalber die Zahnbürste gegen eine weichere aus. Ändern Sie Ihre Putztechnik. Informieren Sie sich darüber, wie Sie blutende Zahnfleisch-Verletzungen durch Zahnseide vermeiden können. Damit sind schon drei mögliche Ursachen für blutendes Zahnfleisch ausgeschlossen. Blutet es aber weiterhin, sollten Sie den Zahnarzttermin nicht mehr länger vor sich her schieben.

Wenn die Putztechnik und die Zahnbürste nicht die Ursache sind, blutet das Zahnfleisch meist wegen eines entzündlichen Prozesses. Zu den häufigsten Verursachern von blutendem Zahnfleisch gehören Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) sowie entzündliche Prozesse am Zahnhalteapparat (Parodontitis). Eines von beiden ist meist die Ursache dafür, dass das Zahnfleisch schon bei geringen Belastungen blutet.

Entdecken die Betroffenen beim Zähneputzen, dass es ein Problem am Zahnfleisch gibt. Wenn es entzündungsbedingt zu Zahnfleischbluten beim Zähneputzen kommt, kann eine Ursache dafür durchaus in einer ungenügenden oder unsachgemäß ausgeführten Zahnpflege und Mundhygiene liegen. Diese vergrößert die Bakterienansammlungen im Mund. Eine weitere Ursache für blutendes Zahnfleisch und schmerzende Zähne kann im nächtlichen Zähneknirschen gefunden werden. Diesem Problem kann mit einer speziell angepassten Kauschiene abgeholfen werden. Auch eine nicht gut angepasste Zahnprothese kann blutendes Zahnfleisch auslösen.

Der zweithäufigste Grund für Blutungen im Zahnfleisch kann in einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme gesehen werden. Eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung ist die Voraussetzung dafür, dass genügend Speichel vorhanden ist. Bei ausreichender Speichelproduktion ist auch die Mundflora meist gesünder. Wenn sich im Mundraum körpereigene Bakterien, Hefepilze und enzymhaltiger Speichel vermischen, hält das die Mundflora gesund. Der Speichel enthält ausreichend viele Antikörper.

Bei einer zu geringen Speichelmenge durch ungenügende Flüssigkeitsaufnahme ist die Mundflora jedoch nicht mehr gesund. Die Flora-Zusammensetzung gerät aus der Balance. Eine ungesunde Mundflora wiederum begünstigt die Entstehung von Entzündungen und Zahnfleisch-Blutungen. Besonders im Alter ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung elementar. Viele innerkörperliche Prozesse hängen davon ab. Vor allem die Gedächtnisleistungen und der Blutfluss sind von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr abhängig.

Auch junge Menschen trinken heutzutage viel zu wenig Wasser. Sie konsumieren stattdessen literweise zuckerhaltige Cola-Getränke. Cole ist jedoch keine Flüssigkeit, die der Organismus brauchen kann. Bevor der Organismus das Wasser aus allen Bestandteilen einer Cola herausfiltern kann, entsorgt er schon einen Teil davon. Der Zuckergehalt solcher Softdrinks begünstigt nicht nur Karies. Er sorgt auch für frühen Zahnausfall, Diabetes oder andere ernährungsbedingte Erkrankungen.

Weitere mögliche Verursacher von blutendem Zahnfleisch

Mit den bisher genannten Verursachern ist ihr Zahnarzt der Sache möglicherweise noch nicht ausreichend umfassend auf den Grund gegangen. Kann er nämlich keinen der bisher genannten Verursacher dingfest machen, geht die Suche weiter. Möglich ist auch, dass mehr oder weniger starkes Zahnfleischbluten

  • durch hormonelle Umstellungen im Organismus (Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre)
  • infolge einer Schilddrüsenüberfunktion
  • durch Diabetes Typ 2
  • wegen einer Virusinfektion
  • durch eine Leber-Funktionsstörung
  • infolge einer Störung im Kalzium-Stoffwechsel
  • durch Vitamin C-Mangel (Skorbut)
  • wegen der Bluter-Krankheit (Hämophilie)
  • infolge einer aplastischen Anämie
  • oder durch eine unerkannte Leukämie-Erkrankung

ausgelöst wurde. Bereits an dieser Aufstellung können Sie sehen, wie wichtig die Ursachenermittlung ist. Oftmals sind es aufmerksame Zahnärzte, die erste Anzeichen auf eine mögliche Störung oder Erkrankung richtig deuten. In diesem Sinne kann auch blutendes Zahnfleisch interessante Informationen über den Gesundheitszustand eines Patienten beinhalten.

Bekannt ist außerdem, dass auch verschiedene Medikamente zu blutendem Zahnfleisch führen können. Sie begünstigen beispielsweise die allgemeine Blutungsneigung. Das gilt, wenn Sie Präparate zur Blutverdünnung wie Marcumar oder Acetylsalicylsäure einnehmen müssen. Bei zu hoher Dosierung kommt es häufiger dazu, dass das Zahnfleisch blutet. Außerdem kann es eine medikamentöse Nebenwirkung sein, wenn Blutungen am Zahnfleisch auftreten. Davon können beispielsweise Menschen betroffen sein, die gerade

  • Nikotin-haltige Kaugummis zur Raucherentwöhnung nutzen
  • ein Medikament mit Pelargonien-Wurzel gegen akute Atemwegsinfekte einnehmen
  • das starke Schmerzmittel „Oxycodon“ verordnet bekamen
  • wegen Multipler Sklerose mit „Alemtuzumab“ behandelt werden
  • oder „Ribavirin“ wegen einer Virusinfektion einnehmen müssen.